black lives matter

Rassismuskritik

Für weitere Fragen und Rückmeldungen:

Mirjam Tutzer

mirjam.tutzer [at] bundesverband.bdp.org (mirjam.tutzer[at]bdp.org)

Fon 06943103006

 

Der Arbeitskreis Rassismuskritik beschäftigt sich gerade intensiv mit Rassismuskritik. Schau vorbei!

Im BLATT 1/2020 findet ihr nähere Infos dazu.

 

Hier ein paar Links zu interessanten Seiten, Büchern, etc.:

Der braune Mob

Exit Racism von Tupoka Ogette

Deutschland Schwarz Weiß von Noah Sow

 

Warum beschäftigen wir uns im BDP mit Rassismuskritik?

Der BDP ist ein offener, unabhängiger und demokratischer Kinder- und Jugendverband, der die gesellschaftliche Partizipation und Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen zum Ziel hat. Wir hinterfragen gesellschaftliche Prozesse und Gegebenheiten kritisch und vertreten die Interessen und Meinungen von Kindern und Jugendlichen gegenüber den machthabenden Institutionen. Mit unserer Arbeit wollen wir soziales, politisches und kulturelles Engagement unterstützen, entwickeln und verwirklichen. Bei uns kann jede_r neue, altbewährte, verrückte, utopische, geniale, schräge Ideen einbringen und mit Unterstützung verwirklichen.

Das bedeutet aber auch, dass wir uns darüber Gedanken machen müssen, welche Machtstrukturen in unserer Gesellschaft bestehen und welche Auswirkungen diese auch auf Kinder und Jugendliche haben. Ein wichtiges Thema ist Rassismus: obwohl, oder gerade weil, so wenig darüber gesprochen wird, ist es ein bedeutender und wirkmächtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Dies wollen wir nicht einfach akzeptieren, sondern wollen uns dagegen einsetzen.

Unser Engagement darf aber nicht nur nach außen gerichtet sein, also dem Kampf gegen Rassismus in der Gesellschaft, sondern muss auch unseren Verband in den Blick nehmen. Wir wollen dazu beitragen, dass sich alle im BDP wohl und willkommen fühlen, unabhängig ihrer Hautfarbe, Geschlechts, der sexuellen Orientierung, Klasse, Religion und körperlicher oder seelischer Verfasstheit etc. Um dies zu erreichen ist es wichtig und notwendig, dass wir uns mit gesellschaftlichen Strukturen auseinandersetzen, u.a. mit Rassismuskritik, und immer wieder reflektieren, wie wir das Gelernte im Verband sichtbar machen können. Dies ist ein langer, nie endenden Lernprozess, dem wir uns stellen wollen.

 

Was ist Rassismus?

Rassismus ist eine machtvolle, historisch gewachsene Struktur, innerhalb der Personen und Gruppen dominiert und diskriminiert werden. Dabei findet eine Abwertung und Diskriminierung aufgrund von (zugeschriebener) Herkunft und/ oder Hautfarbe statt. Die gesellschaftliche Gruppe, welche die (Ab-)Wertung durchsetzt, besitzt die soziale, ökonomische und politische Macht und erzeugt dadurch gesellschaftliche Ungleichbehandlung.

Rassismus wurde erfunden, um den Kolonialismus, Menschen- und Landraub zu legitimieren und die eigene, weiße Überlegenheit zu zementieren. Damalige Theorien sowie Regelungen und Gesetze sind leider immer noch nicht verschwunden.

 

Positionen im rassistischen System

Wir leben in einem rassistischen System, in welchem Menschen aufgrund äußerer Merkmale, Sprache, Herkunft etc. unterschiedliche Positionierungen innehaben, bzw. rassifiziert werden. Ein wichtiger Aspekt von Rassismus ist nämlich das ‚Othering‘, das zum- Anderen machen von Menschen, die nicht als weiß gelten. Seit Jahrhunderten werden Menschen, die nicht weiß sind, mit rassistischen Fremdbezeichnungen benannt, was sehr schmerzhaft ist und den Menschen immer wieder ihre Mündigkeit abspricht, also ihr Recht, über sich selbst zu bestimmen.

Ein wichtiger Teil von Widerstandskämpfen war und ist deshalb das Definieren von Selbstbezeichnungen. Selbstbezeichnungen sind ein Akt des Empowerment und des Widerstands und müssen respektiert werden.

Schwarz: Schwarz bezieht sich nicht auf die Hautfarbe, sondern die gemeinsamen Erfahrungen und Lebensrealitäten von Menschen im rassistischen System. Schwarz wird auch als Adjektiv groß geschrieben und ist eine politische Selbstbezeichnung.

People of Color (PoC): Dazu zählen jene, die in einer weißen Mehrheitsgesellschaft nicht als weiß gelesen werden, also auch z.B. Asiat*innen. 'of Color' wird nicht ins Deutsche übersetzt.

Black Indigenous People of Color (BIPoC): Diese Aufzählung von Schwarzen und indigenen Menschen und People of Color schließt verschiedene Selbstbezeichnungen mit ein von Menschen, die nicht weiß sind.

weiß: auch weiß bezeichnet nicht die Hautfarbe, sondern die gesellschaftliche Position. Diese ist geprägt durch Macht und Privilegien im rassistischen System. Den meisten weißen Menschen ist dies nicht bewusst, weil es für sie zur Normalität gehört, weshalb sie mit großer Abwehr reagieren wenn sie darauf aufmerksam gemacht werden. Es ist aber sehr wichtig, sich damit auseinander zu setzen und kritisch zu reflektieren (Stichwort kritisches Weißsein).

 

Veranstaltungen rassismuskritisch planen/ durchführen

Wir wollen den BDP im Allgemeinen und Veranstaltungen, Workshops, Freizeiten etc. im Besonderen so planen und durchführen, dass sich zum einen BIPoC- Kinder und Jugendliche auch angesprochen fühlen und Lust haben, teilzunehmen. Und zum anderen sollen sie eine Athmosphäre vorfinden, in der Diskriminierung und Rassismus nicht reproduziert wird und/ oder kritisch damit umgegangen wird.

Um dieses Ziel zu erreichen ist zuallererst eine kritische Auseinandersetzung mit Rassismus wichtig. Vor allem der Arbeitskreis Rassismuskritik setzt sich seit Ende 2019 intensiv und bewusst mit dem Thema Rassismuskritik auseinander und erarbeitet Materialien, um das Thema noch stärker im Verband zu verankern.