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AK Rassismuskritik

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Infos
Mirjam Tutzer
BDP Bundesverband
Baumweg 10
60316 Frankfurt
mirjam.tutzer [at] bundesverband.bdp.org (mirjam.tutzer[at]bdp.org)
 

Kommende Treffen

12.-14.03.2021 in Kassel
16.-18.07.2021 in Lüneburg

 

Hier findet ihr die 'alte' Seite des AK Aktivismus gegen Rechts mit interessanten Links zu Materialien etc.

Die Gründung des Arbeitskreises Aktivismus gegen Rechts hatte zum Ziel, sich mit rechten, menschenfeindlichen und rassistischen Narrativen auseinanderzusetzen, um diesen kritisch und handlungsfähig begegnen zu können. Der Arbeitskreis ist dem in den letzten Jahren nachgegangen und dabei immer wieder an den Punkt gekommen, an dem wir diese Tendenzen nicht nur in der rechten Szene wiedergefunden haben, sondern in allen gesellschaftlichen Bereichen. Demnach möchten wir uns mit unserem Aktivismus nun nicht mehr nur "gegen Rechts" stellen.

Rassismus ist ein seit vielen Jahrhunderten bestehendes, sehr macht- und gewaltvolles Konstrukt, das sich in das kollektive Gedächtnis der Menschheit eingeschrieben hat; so nachhaltig, dass es den meisten weißen Menschen überhaupt nicht auffällt. Kaum eine Person würde sich selbst als Rassist*in bezeichnen. Werden Menschen als solche benannt folgt zumeist eine abwehrende Haltung/Argumentation. Dennoch sind rassistische Muster im menschlichen Denken tief verwurzelt.
Rassismus ist die Einteilung von Menschen in Gruppen anhand von körperlichen Merkmalen, gefolgt von der Zuschreibung von Eigenschaften an eben diese Gruppe und einer Abwertung der sogenannten 'Anderen' ('Othering') durch Weiße. Weiß-Sein ist dabei die unsichtbare, unbenannte Norm. Rassismus ist also ein zentraler Teil unserer Gesellschaft und weit mehr als ein Phänomen der Rechten Szene. Rassismus ist überall, in uns allen: Egal wie sehr wir uns als „antirassistisch“ bezeichnen.
Für weiße Menschen bedeutet dies, dass eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Weißsein und damit verbundenen Privilegien wichtig ist. Sie sollten über Unsicherheiten und Fragen offen sprechen und anerkennen, dass sie nicht frei von Rassismen, geschweige denn perfekt sind.
Für Schwarze Menschen und PoC bedeutet es, sich in einer Gesellschaft zu bewegen, die sie immer wieder zu den 'Anderen' macht, sie nicht in Materialien etc. repräsentiert sind, und ihre Perspektiven und wertvollen Blicke auf die Gesellschaft und Geschehnisse oft nicht wahrgenommen werden. Der Austausch mit anderen Schwarzen Jugendlichen und PoC kann dagegen stärkend und gewinnbringend sein.

Der AK Rassismuskritik will eine Reflektion darüber anregen und dazu beitragen, dass diese unterschiedlichen Perspektiven einen Platz finden und ernst genommen werden.
Dies müssen wir tun, damit wir darauf aufbauend handlungsfähig bleiben gegenüber offen ausgelebtem Hass sowie unbewussten Vorurteilen, struktureller Diskriminierung und Marginalisierung. Dieser Einsicht wollen wir mit dem Wort ‚Rassismuskritik‘ gerecht werden und ausdrücken, dass wir Rassismus in all seinen Formen kritisch begegnen wollen und müssen.

Nach intensivem Austausch und Reflexion sind wir deshalb als bisheriger AK Aktivismus gegen Rechts und BDP Bundesvorstand der Auffassung, dass sich der AK in „AK Rassismuskritik“ umbenennen sollte, um dem Anspruch an sensible und emanzipatorische Jugendbildung gerecht zu werden. Die Umbenennung ist ein Schritt, den wir für die weitere Arbeit des AKs und des BDPs nicht nur für sinnvoll, sondern auch für unablässig halten. Die Umbenennung geschah offiziell auf der BDV 2020.