Bei einem Menstruationstässchen Tee

 

 



Der Titel ist von folgendem Blog geklaut und gleichzeitig eine Leseempfehlung: https://einblogvonvielen.org/tag/menstruationstasse/

Warum der BDP sich mit Menstruation beschäftigen sollte und dies auch tut

 

Für schätzungsweise 50 Prozent der BDPler_innen gehört Menstruation zum Alltag: üblicherweise alle paar Wochen in unterschiedlichen Stärken und Ausprägungen, mal belastend mal ganz gechillt. Der persönliche Umgang mit der Menstruation ist so unterschiedlich wie Menschen verschieden sind. Wir sollten den individuellen Umgang der Personen damit anerkennen und den offenen Umgang mit Menstruation als Körperfunktionsalltag unterstützen. Deswegen arbeitet der Arbeitskreis (AK) Gender*Queer gerade an einer Mensisbox, so zumindest der Arbeitstitel. Damit soll einerseits Menstruation aus der tabuisierten Ecke heraus geholt werdena, anderseits sollen Menschen die menstruieren mit Informationen und Produkten unterstützt werden. Es sollte auf Camps und Fahrten selbstverständlich sein Tampons und Binden für die Teilnehmer_innen einfach ohne großes Nachfragen zur Verfügung zu stellen.

Beim Thema Menstruation gibt es jedoch noch zwei Bereiche für die wir uns als BDP sensibilisieren und bei denen wir gesellschaftspolitisch ansetzten müssen. Einerseits sind die Reaktionen der patriarchalen Gesellschaft auf das Thema Menstruation albern und zutiefst frauenfeindlich. Dies ist der Fall, wenn beispielsweise von Cis-Männern zu hören ist, dass Menstruation ekelig oder unhygienisch sei und sie am liebsten damit nichts zu tun hätten. Damit wird nicht nur Menstruation zum Tabu stilisiert. Im gleichen Atemzug wird ein Bild von Körper, Sexualität und Verhütung gezeichnet, das einem selbstbestimmten und freien Umgang mit dem eigen Körper und dessen Funktionen widerspricht. Diesen Cis-Typen muss einmal bei einem menstruationstässchen Blut der Kopf gewaschen werden, damit sie ihre patriachale Haltung reflektieren und ändern, oder sich verpissen!

Andererseits darf das Thema Menstruation aber auch nicht als identitätsstiftendes Merkmal von Weiblichkeit_en stilisiert und überhöht werden. Das Menstruations-Empowerment darf nicht dazu führen, dass eine feministische Gemeinschaft geschaffen wird, die in Konsequenz alle, die nicht menstruieren können, z.B.: Trans-Weiblichkeiten, Weiblichkeiten nach der Menopause oder andere, ausschließt.

Seid gespannt auf die in diesem Jahr erscheinende Mensis-Box, die alternative Menstruationsartikel, ganz viele Infos zum Thema und einen Grundstock an Produkten enthalten wird.

Ich möchte zum Schluss noch kurz darauf hinweisen, dass ich diesen Text als weißer schwuler Mann geschrieben habe. Mit meiner Positionierung besitze ich bestimmte Privilegien, habe aber auch Diskriminierungen erfahren. Es mag vielleicht irritieren, dass ich einen Text zu Menstruation schreibe, doch es lohnt sich, um seine manchmal menstruierenden Mitmenschen besser zu verstehen. Ich kann nur empfehlen, sich aus der jeweils eigenen Positionierung mit dem Thema Menstruation auseinanderzusetzen.

 

Von Torsten

 

p { margin-bottom: 0.25cm; line-height: 120%; }a:link { }

Der

p.sdfootnote { margin-left: 0.6cm; text-indent: -0.6cm; margin-bottom: 0cm; font-size: 10pt; line-height: 100%; }p { margin-bottom: 0.25cm; line-height: 120%; }a:link {