Menstruation. Die Regel-mäßigen Tage mit Monatsblutung

Viele Begriffe, eine Bedeutung: die Regel, die Tage, die Mens, die Monatsblutung, Erdbeerwoche oder auf der roten Welle surfen. Aber was passiert genau an diesen Tagen? Diese Frage stellen sich nicht nur diejenigen, die hin und wieder ihre Tage haben, sondern auch viele andere. Daher mal ein Blick hinter die Kulissen.

In einem Körper mit Gebärmutter macht sich regelmäßig eine Eizelle bereit für die Befruchtung. Dazu wandert sie aus dem Eierstock durch den Eileiter in die Gebärmutter und nistet sie sich dort mithilfe der Gebärmutterschleimhaut, die durch Hormone angeregt wird, ein. Da das Ei ohne Befruchtung nicht mehr gebraucht wird, stößt der Körper es nach ein paar Tagen ab, ebenso die Gebärmutterschleimhaut. Dieses feine Gemisch verlässt den Körper dann durch die Vagina. Damit dinnen alles sauber wird, spült der Körper mit 30 bis 50 Milliliter Blut hinterher. Der Name „Monatsblutung“ ist also etwas missverständlich, da nicht nur Blut, sondern eben auch Schleimpartikel ausgestoßen werden.

Bei einigen Menschen ist der Zyklus meistens gleich, durch die Hormone kann er aber auch immer unterschiedlich sein: in Bezug darauf wann es mit der Menstruation überhaupt losgeht, wie lange sie dauert und wie intensiv sie ist.

So kann der zeitliche Rahmen sehr unregelmäßig sein. Die Zeit der Blutung kann zwischen zwei bis neun Tagen schwanken, wobei ein ganzer Zyklus 20 bis 35 Tage dauern kann. Ebenso ist das Alter der ersten Menstruation (auch Menarche genannt) sehr unterschiedlich und geht oft mit dem Eintritt in die Pubertät einher. Als früh werden neun (manchmal auch sechs) Jahre gesehen. Es kann aber auch im Alter von 16 Jahren oder später zum ersten Mal vorkommen. Da es eine begrenzte Anzahl von Eizellen gibt, tritt irgendwann auch die Menopause, also letzte Menstruation ein. Und auch hier kann das Alter sehr unterschiedlich sein, von frühzeitigen Wechseljahren wird bei einem Alter von 35 bis 40 Jahren gesprochen. Das kann aber auch so variieren, das manche Menschen erst nach ihrem 60. Geburtstag ihre Menopause haben. Viele haben auch zwischen Menarche und Menopause immer wieder Phasen in denen sie gar keine Periode bekommen.

Bei dem Vorgang der Menstruation zieht sich die Gebärmutter zusammen, was bei manchen zu Krämpfen und anderen Beschwerden wie z.B. Verdauungsproblemen führen kann. Deshalb gibt es in manchen Gesellschaften Regelungen, um menstruierende Personen zu entlasten. In Japan dürfen Frauen seit 1947 pro Monat einen Tag Urlaub nehmen, in Indonesien seit 1948 zwei Tage und in Taiwan seit 2013 bis zu drei Tage pro Monat. 2017 wurde in Italien der Entwurf für ein Gesetz vorgelegt, das Unternehmen verpflichten soll, weibliche Angestellte bei Vorliegen einer ärztlichen Bescheinigung bis zu drei Tage pro Monat unter Lohnfortzahlung freizustellen. Das ist sehr praktisch und es ist schade, dass es hier in Deutschland nach wie vor eher ein großes Tabu ist die eigene Menstruation überhaupt anzusprechen. Allerdings beziehen sich solche Regelungen nur auf cis-Frauen. Nicht alle cis-Frauen bekommen überhaupt ihre Tage. Doch vor allem gibt es viele Menschen die ihre Tage bekommen, aber nicht als Frauen wahrgenommen werden, oder wahrgenommen werden wollen. Das ist wichtig immer mitzudenken. Menstruation betrifft zwar viele Frauen*, ist aber dennoch kein „Frauending“.

Von Ella

 

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Was ist eigentlich...

...cis?

Cis bezeichnet Personen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt und auch aktuell von anderen so wahrgenommen wird. Eine Frau, die sich als Frau fühlt, in deren Geburtsurkunde weiblich steht und die auf der Straße von Passant_innen als Frau "erkannt" wird, ist eine cis-Frau. Ist einer oder mehrere der Punkte nicht so, bezeichnen sich die Menschen oft als Trans.