Liebe Leser_innen,

Doppelausgaben gibt’s in der Regel, wenn es was zu feiern gibt. Die BLATT-Redaktion feiert eine unbändige Schreiblust. Daher finden sich in dieser Ausgabe nicht nur fast doppelt so viele Seiten wie normalerweise, es finden sich auch wesentlich mehr und längere, tiefergehende Artikel.

Als für diese Ausgabe die erste Artikelsammlung feststand, haben wir kurz überlegt, ob wir das Cover einfach schwarz drucken sollen. Denn – mit einigen Ausnahmen – sind es diesmal einige unheitere Themen, die wir erarbeitet haben: Es geht um Terror (S. 24), die AfD (S. 6) und Verschwörungstheorien (S. 8). Wir haben uns dennoch dafür entschieden all das zu behandeln, auch wenn das für ein buntes Jugendverbandsmagazin wie das BLATT vielleicht untypisch ist. Diese Themen beschäftigen nämlich nicht nur Politik, Nachrichten und „echte Erwachsene“, sondern auch uns. Manchmal machen
sie uns Angst, manchmal fehlen uns Infos, manchmal brauchen wir einen Anstubser um uns gegen die entsprechenden menschenverachtenden Inhalte zu positionieren. Daher hoffen wir, hier kleine Denkanstöße zu geben und euch zu motivieren, euch weiter mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

Neben all diesen unerfreulichen Angelegenheiten haben wir uns aber auch damit beschäftigt, was wir stattdessen wollen:
Wir wollen unsere eigenen Inhalte platzieren, deswegen erfahrt ihr im BLATT was es mit der Guerilla-Kommunikation so auf sich hat (S. 12).
Wir wollen als queere Personen sichtbar sein. Daher finden sich in diesem Heft zwei Erzählungen von queeren Outings, die von der üblichen klischeehaften Darstellung in den Medien etwas abweichen (S. 15).
Wir wollen Geflüchtete nicht nur willkommen heißen, sondern gemeinsam unsere Lebenswelt und den BDP gestalten. Daher berichten wir, was im Hinblick darauf im BDP aktuell schon passiert und was die Interkulturelle Öffnung des BDP bedeuten soll (S.30).
Wir wollen „Freizeit ohne Kontrollen“. Deswegen wagen wir einen Blick zurück zur Jugendzentrumsbewegung der 1970er Jahre (S. 28) und in die turbulente BDP Geschichte die damit eng verknüpft ist (S. 20).

Und wir wollen natürlich eine gute Zeit im BDP. Daher berichten wir vom letzten Singetreffen (S. 4), dem letzten Treffen des AK Gender*Queer (S. 14), aus der BLATT-Redaktion (S. 34), stellen euch wieder eine spannende BDP-Person vor (S. 23) und haben die ein oder andere internationale Mitreisegelegenheit (S. 33) oder andere bundesweite Termine (S. 36) für euch zusammengetragen.

So habt viel Spaß beim Lesen!
Euer Redaxteam