Kommentar: IS und Jugendaustausch

„Die Terrormiliz 'Islamischer Staat' droht dem Westen mit Anschlägen. Das Auswärtige Amt warnt nun deutsche Bürger im Ausland vor erhöhten Risiken - in mehreren afrikanischen, arabischen und asiatischen Ländern.“ (26.09.2014 Spiegel-Online)

Die Grausamkeiten des so genannten Islamischen Staates, die Reaktionen der Welt auf deren militärische und propagandistische Untaten beschäftigen uns alle. Mit dem Aufruf, wahllos westliche Bürger_innen anzugreifen und zu töten, wachsen die Sorge und die Angst;einige der Länder, mit denen der BDP interkulturelle Begegnungen organisiert, stehen auf der genannten Liste des Auswärtigen Amts.

Welche Konsequenzen haben der Aufruf und die Reise- und Sicherheitswarnung für die Kooperationen mit diesen Ländern? Wie gehen wir damit um? Sollten die Reisen in diese Länder auf Eis gelegt werden?

Angesichts dieser Entwicklungen, der ansteigenden Angst und antimuslimischer Stimmung ist es umso wichtiger, den Kontakt zu halten, die Kooperationen zu vertiefen, den Dialog zu fördern und im Austausch zu bleiben. Konsequenz ist aber leider auch, dass Fahrten in die betroffenen Länder gegebenenfalls unterbleiben müssen. Wir tragen Verantwortung! Wir dürfen kein Risiko für die Teilnehmenden eingehen. Damit ginge die Strategie der Fanatiker_innen, das Sähen von Intoleranz und die Schaffung von tiefen Gräben zwischen Kulturen, zum Teil auf. Trotzdem gehen die Kooperationen weiter, ist Zusammenarbeit und Austausch möglich und nötiger denn je – Face-to-Face eventuell nur auf 'sicherem' Terrain.

Es ist bedauerlich, erschreckend und traurig, dass die aktuellen Entwicklungen jahrelange Bemühungen der interkulturellen Arbeit und Annäherung gefährden. Wir müssen uns deshalb zusammen überlegen, wie es weitergehen kann und aufpassen, dass wir den Hasspredigten aller Seiten und der allgemeinen Tendenz der Abschottung nicht auf den Leim gehen.

Tobias Dreizler