Glosse: Endlich!

Endlich! Hamburg ist wieder sicher!

Um Weihnachten und Neujahr 2013/14 war es soweit. Hamburg hatte mediale Aufmerksamkeit. Bilder von brennenden Autos, Wasserwerfern, fliegende Steine, usw. - Ausnahmezustand mitten in der Stadt. Der Senat sah keine andere Lösung, als ganze vier Innenstadtbezirke zur Gefahrenzone zu erklären. Selbst das Amerikanische Außenministerium gab eine Reisewarnung an alle US-Bürger_innen raus. In diesen Tagen konnte die Polizei ohne Verdachtsmomente jede Person auf der Straße kontrollieren und die Personalien überprüfen. Hauptsächlich Kapuzenpullover tragende Menschen gerieten ins Visier der Staatsmacht. Einiges wurde sichergestellt: Messer, Schlagwerkzeuge, Klobürsten. Den verstörten Hamburger_innen wurde schon nach zehn Tagen ihre verloren gegangene Sicherheit zurück gegeben. Eine Stadt atmete auf.

Ihr fragt euch nun, was das alles mit dem Kinder- und Jugendverband BDP zu tun hat. Investigative Recherche hat dunkle Seiten aufgedeckt. In der Merchandise-Abteilung des Verbandes gibt es einige Produkte, die den Jugendschutz aufhorchen lassen sollten. So gibt es schwarze(!) Kapuzenpullover(!!) mit Verbandsnamen in allen Größen. Ebenso im Provokationsangebot: Messer für Kinder! Kann es noch schlimmer kommen, als die jüngsten mit fadenscheinigen Schnitzangeboten zur Gewalt zu verführen? Oh ja! Seit Neuestem im Programm: farbige Sitzkissen aus Spezialschaumstoff! Nicht nur, dass diese angeblich soften Unterlagen unverhohlen zu unangemeldeten Sitzblockaden einladen. Jede_r Aktive im Jugendverband weiß, um welch gefährliche Wurfgeschosse (Distanzwaffen!) es sich da handelt.

Torsten Jahr

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Grafik: Atelier Hurra