Gemeinsam passiert was!

Wir treffen Cindy an einem Sonntagvormittag im Berliner Stadtteil Wedding. Durch die Scheiben der BDP Gästeetage scheint ein wenig Sonne, wir haben Kaffee gegen die Müdigkeit in der Hand und drücken auf die Aufnahmetaste am Handy.

Cindy wohnt zurzeit in einem kleinen Kaff irgendwo zwischen Leipzig, Dresden und Chemnitz.

Drei Tage, nachdem Cindy nach ihrer Ausbildung in Berlin wieder dorthin zog, erzählte ihr ein Freund von einem wichtigen Treffen, wo sie unbedingt dabei sein sollte. „Wenn der sagt, es ist cool, dann vertrau ich ihm“. So landete sie Mitte letzten Jahres auf dem Gründungstreffen des BDP Sachsen. Und es war tatsächlich cool. Viele Initiativen, Projekte und Vereine aus Sachsen saßen an einem Tisch und wollten dabei sein. Viele Vernetzungsversuche scheiterten zuvor an strukturellen Problemen. „Der Vorteil ist, dass beim BDP dieser Bundesverband existiert, der einfach eine sehr gute Grundlage bietet und somit die Voraussetzungen viel besser sind, damit es diesmal hoffentlich nicht scheitert“.

In diesen Bundesverband schnupperte Cindy dann auch direkt rein – sie war auf der Bundesdelegiertenversammlung und fand es interessant, wie unterschiedlich die Landesverbände arbeiten. „Da hab ich entschieden, mich auch auf Bundesebene zu engagieren“. Cindy war nun schon auf einigen Treffen, vom Geschäftsführenden Ausschuss bis zum BLATT-Redaktionstreffen, und überall gab es witzige Situationen, wie beispielsweise nächtliches Trampolinspringen erst gestern Abend.

Auf Landesebene ist es gerade weniger witzig, dafür aber natürlich produktiv. „Grundsätzlich geht es bei uns um die Vernetzung von alternativen Projekten im ländlichen Raum“, was bei über 70 Hausprojekten, Jugendclubs oder Organisationen einfach ein Haufen Arbeit ist. Trotzdem ist klar, dass das Engagement in Sachsen wichtig ist. Da ist der Name BDP „scheißegal“, auch wenn der häufig erst mal Fragen aufwirft. Am Ende zählt aber nur, „dass was passiert“ und dass sich alle über die Notwendigkeit einig sind. Die vielen politischen Konflikte oder die bürokratischen Hürden in Sachsen bekommen durch die Vernetzung ein stärkeres Echo in der Öffentlichkeit oder machen mehr Druck auf die Politik.

So haben sich auf einem der Vernetzungstreffen zum Beispiel zwei Initiativen zusammengetan, die Fahrten nach Israel organisieren. „Die einen hatten Stress mit Fördermitteln, die anderen konnten helfen. So konnte die Fahrt wieder stattfinden, diesmal gemeinsam“.

Cindy erzählt noch von vielen anderen Problemen, so wie die leider üblichen Angriffe von Rechten oder die unsinnigen Rechtsstreits mit Stadtverwaltungen, „wo es woanders überhaupt keinen Stress damit gäbe“. Da kann der Landesverband schon jetzt Expert_innen und Hilfe besonders auf dem Land sinnvoll koordinieren. Das ist auch der Schwerpunkt, denn „zum Glück gibt es ja schon viele coole Projekte und Organisationen in Sachsen, die wir unterstützen können. Es ist halt wichtig, die miteinander zu vernetzen“.

Von Charlotte und Esther