BDP | 70 Jahre BDP!

Feiert mit uns unseren coolen, bunten, dreisten Pfadfinder_innenverband!

Die Gründungsurkunde des BDP, welche auf den 11.11.1948 datiert ist, wollen wir zum Anlass nehmen, zurück zu schauen auf 70 Jahre Bund Deutscher Pfadfinder_innen. Die Gründung auf ein Datum zu beschränken klammert natürlich vieles aus, das vorher und nachher bedeutend war für die Anfänge des Verbandes1. Während diese Geschehnisse natürlich wichtig sind, sind für die gegenwärtige Ausrichtung des Verbands jedoch nicht die Anfänge, sondern die Jugend- und Studentenbewegung Mitte der 60er Jahre, während derer sich breite Teile des Verbandes politisierten, prägend.

Insbesondere studentische und jugendliche Mitglieder fühlten sich von den Ideen der antiautoritären Bewegung mit einem neuen Gesellschaftsverständnis angesprochen. Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke demonstrierten Pfadfinder erstmals öffentlich in ihren Uniformen. Da der BDP keiner Erwachsenenorganisation verpflichtet war, fiel diese als „Bremsklotz“ aus und der Bruch mit dem Althergebrachten war vorprogrammiert. Die stärkere Orientierung an politischen und gesellschaftlichen Problemen führte 1971 zum Bruch des Verbandes. Nach verlorener Vorstandswahl verließ der traditionelle Flügel den BDP und gründete einen eigenen „Bund der Pfadfinder“. Die mit dem kleinen „d“.

In der Folgezeit kooperierte der Verband verstärkt mit Schüler- und Lehrlingsgruppen und Jugendzentrumsinitiativen. In Hessen hatte der BDP ausgeprägte Kontakte zu Jugendzentrumsinitiativen und übernahm die Rolle eines „Koordinators“. Ziel war es,die Gruppen aus der lokalen Isolierung herauszubringen und in eine regionale Organisation zu unterstützen. Auch die Bildungsarbeit des LV-Hessen wurde zunehmend an den Bedürfnissen und Interessen der JUZ-Aktiven ausgerichtet. Gemeinsam war Allen die Unzufriedenheit mit der örtlichen Freizeitsituation.

Selbstverwaltung und Selbstorganisation waren die zentralen Forderungen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Auch entstand in dieser Zeit eine Reihe von Publikationen und Zeitungen, die sich kritisch mit der Freizeit- und Lebenssituation unter kapitalistischen Bedingungen auseinandersetzten und so eine Gegenöffentlichkeit zu den herkömmlichen Medien bildeten.

Die Prinzipien der Selbstverwaltung und Selbstorganisation, verknüpft mit politischen Idealen, prägen bis heute den Verband. Als unabhängiger, offener, demokratischer Jugendverband hat der BDP die gesellschaftliche Partizipation und Selbstbestimmung von Kindern und Jugendlichen zum Ziel. Die vielfältigen Projekte, Gliederungen, Ehrenamtlichen, etc. eint der Wunsch, gesellschaftliche Prozesse und Strukturen kritisch zu hinterfragen und Möglichkeiten zu schaffen, sich sozial, politisch und kulturell einzusetzen, zu entwickeln und zu verwirklichen.

Dabei sind wir laut in unseren Forderungen für eine gerechtere Welt, sensibel für unterschiedliche Lebenslagen und Bedürfnisse und solidarisch mit jenen, die aufgrund verschiedener Strukturen benachteiligt sind.

 

1Mehr dazu in Hübner, Axel; Klatta, Rolf; Swoboda, Herbert (1991): Straßen sind wie Flüsse zu überqueren. Ein Lesebuch zur Geschichte des Bundes Deutscher Pfadfinder (BDP). Frankfurt am Main: Verlag Jugend und Politik.