AK Gender*Queer

BDP AK Gender*Queer

Im Arbeitskreis Gender*Queer treffen sich Jugendliche und junge Erwachsene des BDP um zusammen über Themen wie Geschelcht, Sexualität, Sexuelle Orientierungen und deren Verknüpfungen mit der Gesellschaft aber auch dem BDP zu schnacken, zu diskutieren oder um sich zu einzelnen Themen fortzubilden. So haben wir bisher u.a. Methoden für die politische Bildungsarbeit getestet, hatten einen Workshop zum Thema Outing vor den Eltern, zum Thema Konsens und Polyamory oder Kritischen Männlichkeiten. Außerdem haben wir einen gemeinsamen email-Verteiler über den wir aktuelle News, spannende Artikel oder interessante Termine schicken.

Wir wollen dass sich im BDP alle Jugendlichen wohlfühlen, und nicht nur diejenigen, die der gesellschaftlichen Geschlechternorm entsprechen. Der AK ist - neben einem Ort an dem wir Pläne für mehr Queerness im BDP schmieden - auch ein Raum, in dem wir uns über unsere Erfahrungen austauschen. Der AK ist also auch ein Schutzraum, gleichzeitig sind aber alle eingeladen, die sich für die Themen Gender und Queer interessieren - auch wenn ihr der herteronormativen gesellschaftlichen Norm entsprecht.

Also: egal wie du bist, hauptsache neugierig und respektvoll und wertschätzend im Umgang mit anderen, komm vorbei. Aktuelle Termine findest du in der Seiten-Leiste. 
 

was ist eigentlich Gender*Queer?

Im Wort genderqueer (ausgesprochen: djenderkwir) stecken zwei englische Worte, nämlich gender und queer. Gender heißt übersetzt Geschlecht und wird oft von Personen benutzt, die sich fragen, was es eigentlich bedeutet, wenn man sich als Junge oder als Mädchen oder als keines von den beiden fühlt. Queer ist auch englisch und bedeutet unter anderem seltsam und eigenartig. Früher wurde der Begriff vor allem als Schimpfwort für schwule Männer und lesbische Frauen benutzt.

Heute kann queer Menschen meinen, deren Geschlecht, Sexualität, Körper und Gefühle sehr vielfältiger sind als die wenigen Möglichkeiten, die in unserer Gesellschaft als normal gelten. Das klingt erst mal kompliziert, ist es aber gar nicht.

Die queer-Gruppe im BDP Mädchenkulturhaus Bremen hat sich einfach ganz viele Fragen gestellt, um zu beschreiben was eine queere Person sein kann. Diese Fragen könnten sein: Alle sagen, dass du ein Mädchen* bist, aber du fühlst dich eher als Junge*? Du bist als Junge* aufgewachsen, möchtest aber eigentlich lieber ein Mädchen* sein? Du hast das Gefühl, dass das Geschlecht, in dem du leben sollst, nicht mit dem zusammen passt, wie du dich fühlst? Du bist ein Junge*, der sich schon mal in einen anderen Jungen* verliebt hat? Du verstehst eigentlich gar nicht, warum alle einen Unterschied zwischen Mädchen* und Jungen* machen?

Genderqueere Orte oder Veranstaltungen sind also Räume, in denen solche Fragen diskutiert werden und in denen queere Menschen sich über ihrer Erfahrungen austauschen können. Queer bedeutet nämlich auch, darüber nachzudenken, wie eine Gesellschaft aussehen kann, in der Niemand wegen seines Aussehens, Geschlechts oder der eigenen Sexualität schlecht behandelt und ausgeschlossen wird.

Warum Gender*Queer im BDP?

Um zu verstehen, was genderqueer mit dem BDP zu tun hat, lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Die Auseinandersetzung des BDP mit Geschlechterfragen beginnt 1967, als sich der damalige reine Jungenverband für die Arbeit mit Jungen und Mädchen entscheidet; er soll damit den eigenen erzieherischen Aufgaben im Sinne einer allgemeinen Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen nachkommen. In den 1970er Jahren bedeutet das vor allem gemischte Gruppen, aber auch Sensibilität für Rollenbilder und deren Hinterfragung. Es gibt außerdem konkrete feministische Kampagnenarbeit und Sexualpädagogik wird zum Thema auf Zeltlagern. 1975 ist das erste Mal eine Frau im Bundesvorstand des BDP.

In den 1980er Jahren konsolidiert sich die Mädchen*arbeit im BDP als eigener Schwerpunkt. Es ist die Zeit, in der reine Mädchen*gruppen, sowie der Mädchentreff am Felsberg und der Mädchenladen Spandau entstehen. Die kontinuierliche Frauen*- und Mädchen*arbeit führt dazu, dass sich der BDP auf der Bundesdelegiertenversammlung 1988 in Bund Deutscher PfadfinderInnen umbenennt.

Es folgen innerverbandliche Diskussionen um Frauen*auszeiten, Kampagnen, Beauftragte für Gender-Mainstreaming auf Bundescamps, einen Fachausschuss Frauen und Mädchen; Gender ist als Schwerpunktthema im BDP angekommen. Von 1990 bis 1992 gibt es einen rein weiblichen* Bundesvorstand, 2003 wird dessen geschlechtergerechte Besetzung in die Satzung aufgenommen.

Die Frage „Warum genderqueer?“ lässt sich daher ganz einfach beantworten: Weil es die logische Fortführung der Auseinandersetzung des BDP mit gesellschaftlichen Prozessen ist. Genderqueer ist dabei selbst nicht die Antwort, sondern stellt weitere Fragen: Worüber definiert sich Geschlecht? Welche Normen bestimmen die Entwicklung der sexuellen Identität von Kindern und Jugendlichen? Wie beeinflussen Machtmechanismen das Leben von jungen Menschen, die von den etablierten Normen abweichen? Wie können im Jugendverband sichere Räume für diese Menschen geschaffen werden? Wie überschneiden sich Themenfelder, beispielsweise mit der interkulturellen Arbeit? Wie kann sich ein Jugendverband im Spannungsfeld von Theorie, Lebensrealität und Aktivismus bewegen?

der ganze Artikel aus dem BLATT 2/2014

weitere Artikel aus dem AK Gender*Queer im BLATT:

Bericht – Treffen des AK Gender*Queer
Outing – Und wie haben deine Elter Reagiert?
Outing – Folge dem was dein Herz dir rät

 

 

BDP Bundesverband
AK Gender*Queer

Treffen:
2 bis 3 Mal im Jahr in unterschiedlichen Städten für alle Interessierten. Kosten für Reise, Übernachtung und Verpflegung  übernimmt der BDP-Bundesverband.

nächste Termine:
19.-22.10.2017 in Rostock

Anmeldung und Kontakt:
anne.haas[at]bundesverband.bdp.org